Bosch Indego bleibt stehen: 'Kein geplantes Zeitfenster aktiv', Kommunikationsfehler (Fehler 58), E57, Systemfehler 1107 und Navigationsprobleme systematisch beheben
Indego 350, Indego 350 Connect, Indego 400, Indego 400 Connect, Indego Connect 400, Indego S 500, Indego S500, Indego S+ 500, Indego M+ 700, Indego M 700, Indego M 700+, Indego 800, Indego 1000, Indego 1000 connect, Indego 1200, Indego 1200 Connect, Indego 1300, Indego Connect, Indego S+, Indego S+ 350, Indego S+ 400, Indego XS 300, Indego XS S+, Indego XS 350, Indego XS 400, Indego XS connect
Typische Symptome
Es ist eines der frustrierendsten Probleme bei der Bosch Indego Serie: Dein Mäher bleibt mitten auf dem Rasen stehen und behauptet, es sei kein Zeitfenster aktiv, obwohl der Mähplan eigentlich perfekt eingestellt ist. Meistens wird das Ganze noch von der Meldung 'Schwerer Kommunikationsfehler' begleitet. Aus unserer Erfahrung in der Werkstatt wissen wir, dass hier oft die interne Kommunikation zwischen den Elektronik-Komponenten gestört ist und der Mäher deshalb seine aktuelle Aufgabe 'vergisst'.
Zuerst solltest Du prüfen, ob es sich um ein mechanisches Problem handelt, das die Sensoren verwirrt. Wir erleben es oft, dass verschmutzte oder schwergängige Vorderräder den Hebesensor fälschlicherweise auslösen. Das führt dazu, dass der Mäher abrupt stoppt und in einen Fehlermodus springt, der den Mähplan unterbricht. Reinige die Radaufnahmen gründlich und nutze ein wenig WD40 oder Silikonspray an den Achsen der Vorderräder, damit diese absolut leichtgängig rotieren können.
Wenn der Fehler weiterhin auftritt, ist der nächste Schritt ein kompletter System-Reset. Schalte den Mäher am Hauptschalter unter dem Gerät aus, entnehme den Akku (sofern das bei Deinem Modell einfach möglich ist) und warte etwa 10 Minuten. Setze danach alles wieder ein und starte den Mäher neu. Meistens ist es so, dass sich die Software durch diese stromlose Pause neu kalibriert und die fehlerhafte Zeitplan-Logik zurückgesetzt wird.
Ein wichtiges Indiz ist ein klackerndes Geräusch aus dem Gehäuse, kurz bevor der Fehler erscheint. Das deutet meist auf ein hängendes Relais oder Spannungsschwankungen hin. Aus unserer Werkstattpraxis können wir sagen, dass oft korrodierte Kontakte am Hauptschalter oder am internen Kabelbaum die Ursache sind. Wenn Du technisch versiert bist, prüfe die Steckverbindungen zum Akku auf Grünspan oder lockeren Sitz und reinige sie gegebenenfalls mit Kontaktspray.
Der 'Schwere Kommunikationsfehler' weist leider oft auf ein tieferliegendes Problem der Elektronikeinheit hin. Wenn der Mäher ständig neu startet und die Meldung 'Bitte nicht ausschalten' zeigt, versucht er vergeblich, die Verbindung zwischen dem Display-Modul und dem Mainboard wiederherzustellen. Sollten Reinigung und Resets nicht helfen, ist aus unserer Erfahrung meist ein Austausch der Hauptplatine oder des Logikmoduls unumgänglich, da hier ein Hardware-Defekt vorliegt. Auch Probleme mit der Schleifenmessung oder dem Begrenzungsdraht können in manchen Fällen diesen Fehler triggern.
In einigen Fällen kann auch ein fehlerhaftes Software-Update die Ursache sein. Prüfe in Deiner App, ob eine aktuellere Version verfügbar ist. Falls Du noch eine sehr alte Firmware nutzt, kann ein Update beim Fachhändler Wunder wirken. Wir haben oft gesehen, dass gerade die älteren Connect-Modelle nach einem fachmännischen Software-Service deutlich stabiler laufen und weniger Kommunikationsabbrüche zeigen. Achte nach einem Service-Update (z.B. auf Version 5.9, 6.1, 529.903 oder 529.943) darauf, dass Einstellungen wie das Randmähen (Bordercut) oft zurückgesetzt werden. Zudem sehen wir in der Praxis, dass das Randmähen oft erst nach einem vollständig abgeschlossenen Mähzyklus ausgeführt wird – bei zu kurzen Zeitfenstern klappt das meist nicht. Ein manuelles Downgrade ist herstellerseitig übrigens nicht vorgesehen.
In der Werkstattpraxis sehen wir zudem ein wichtiges logisches Detail nach einer Blockade (z. B. durch ein Hindernis wie einen Apfel): Wenn Du die Störung beseitigst, darfst Du danach am Gerät nicht einfach nur 'Mähen' wählen. Das startet einen manuellen Mähvorgang außerhalb des Mähplans, wodurch der Zeitplan für diesen Durchlauf komplett ignoriert wird. Wähle stattdessen zwingend die Option 'Mähen fortsetzen'. Sollte sich die Kalenderlogik dennoch aufhängen, hilft es oft, den Kalender in der App kurz minimal anzupassen, um die Synchronisation neu zu erzwingen.
Ein weiteres Phänomen, das bei Baureihen wie dem Indego 350, 400, Connect 400 und 1200 auftritt, ist das unerwünschte doppelte Mähen. Der Mäher startet direkt nach einem kompletten Durchlauf sofort eine ungeplante zweite Runde, was die Mähzeit von etwa 3 auf fast 6 Stunden verdoppelt. Dies beinhaltet ein zweimaliges Mähen derselben Fläche, doppeltes Randmähen und eine veränderte, oft diagonal-fächerartige Bahnrichtung, die vom Rand auf die Fläche übergeht. Aus unserer Erfahrung liegt dies an einem handfesten Software-Bug in der Firmware-Version 3299.1211. Der Roboter speichert einen nicht ordnungsgemäß beendeten Mähvorgang im internen Speicher ab und startet beim nächsten 'Jetzt Mähen'-Befehl sofort einen neuen Durchlauf, während er den alten zuvor beenden will. Auch das manuelle Pausieren über die App wird fälschlicherweise als 'Mähvorgang beenden' gewertet und führt zu diesem Verhalten. Die wirksamste Lösung ist hier ein Downgrade auf die stabile Firmware-Version 1698.1211 über USB sowie das Deaktivieren der automatischen Updates. Alternativ solltest Du manuelle Pausen über die App vermeiden und den Mäher entweder komplett durchlaufen lassen oder ihn gezielt zur Ladestation zurücksenden.
Bei den Modellen wie dem Indego 1000 sehen wir häufig den Fehler 115 direkt beim Herausfahren aus der Ladestation. Ein normaler Reset schafft hier meist nur für ein einziges Mal Abhilfe. Die technische Ursache ist fast immer ein mechanisch hängender oder schwergängiger Stoßsensor. Wenn das grüne Sensorgehäuse sich vor- und rückwärts schwerer bewegen lässt als seitwärts oder die weißen Kunststoffelemente im Bereich der hinteren Räder ausgeklipst sind, blockiert der Sensor. In solchen Fällen hilft unzureichend ein Reset (roten Sicherheitsschlüssel abziehen, Netzteil ausstecken und 20 Minuten warten) meist nur kurzzeitig für ein einmaliges Mähen. Eine dauerhafte Behebung erfordert eine fachmännische Instandsetzung des Sensors bei robo-doc.
Sollte Dein Mäher überhaupt kein Lebenszeichen mehr von sich geben, kommen zwei typische Defekte infrage. Reagiert die grüne 'OK'-Taste nicht mehr, liegt dies meist an Feuchtigkeit und Kondenswasserbildung unter der Folientastatur. Für eine schnelle Diagnose kannst Du versuchen, die ersten und letzten Pins der Tastaturbrücke vorsichtig zu überbrücken. Startet das Gerät, muss die Folientastatur getauscht werden. Schaltet sich ein Indego 400 Connect hingegen plötzlich ab, während Display und LEDs zuvor schnell und dann langsamer blinken, liegt ein Defekt des Mainboards vor, das in unserer Werkstatt getauscht werden muss.
An heißen Sommertagen kommt es zudem vor, dass der Indego mitten auf der Fläche stehen bleibt und meldet, der Akku müsse entnommen und geladen werden. Dies liegt in der Regel an einer hitzebedingten Schutzabschaltung des Akkus bei direkter Sonneneinstrahlung. Sorge dafür, dass die Ladestation im Schatten steht (baue ggf. ein Sonnendach) und reinige regelmäßig die Belüftungslöcher an der Unterseite des Mähers, um die Wärmeabfuhr zu sichern.
Beachte auch das Ladeverhalten: Die reine Mähzeit ist softwareseitig pro Ladung oft auf ca. 45 Minuten begrenzt, gefolgt von einer ebenso langen Ladephase. Wenn die Kapazität bereits in der Ladestation rapide absinkt (beispielsweise von 95 % auf 82 % innerhalb einer Stunde), deutet dies auf einen schlechten Kontakt hin. Wir empfehlen, die Ladekontakte der Ladestation und des Mähers regelmäßig auf Flugrost und Schmutz zu prüfen und gründlich zu reinigen. Der Trafo kann beim Ladevorgang spürbar warm werden (ca. 34°C) – sorge hier für eine ausreichende Belüftung, beispielsweise in einer offenen Elektrobox. Sollter der Akkustand deines Mähers trotz dauerhaften Aufenthalts in der Station sinken, liegt dies in der kalten Jahreszeit oft an niedrigen Außentemperaturen, die den Ladevorgang zum Schutz der Akkuzellen verhindern. Dieses langsame Entladen und zeitweise Nachladen ist ein normaler Schutzmechanismus.
Zusätzlich können mechanische Blockaden an den Vorderrädern bei kleinen Kanten (ab ca. 1 cm) oder Rasensteinen dazu führen, dass der Mäher den Mähbereich verlässt oder laute Schlaggeräusche (Metall auf Metall) an der Vorderradaufhängung entstehen. In unserer Werkstattpraxis verbessern wir die Traktion in solchen Fällen durch das gezielte Anbringen von Zusatzgewichten (ca. 0,4 bis 0,5 kg Stahlstangen) unter der Frontverkleidung und minimieren Klappergeräusche durch den Einsatz feiner O-Ringe (max. 0,5 mm Stärke) an den Radwellen. Achte jedoch zwingend darauf, dass Bosch hier strikt auf die Einhaltung des 30-cm-Abstands zu Rändern und Hindernissen pocht. Kleinere Abstände überfordern die Software-Navigation und führen trotz mechanischer Modifikationen zum Hängenlegen. Achte außerdem auf ein ratterndes oder schabendes Geräusch am linken Hinterradantrieb – dies deutet meist auf einen Getriebeschaden hin, der einen Austausch des Antriebsmotors erfordert. Zudem empfehlen wir, die Haube regelmäßig zu demontieren, um Schmutz und Ablagerungen im Gehäuseinnenraum gründlich zu entfernen, da diese die empfindlichen Sensoren massiv beeinträchtigen können.
In der Werkstatt begegnen wir zudem häufig dem 'Systemfehler 45', der oft im Wechsel mit den Meldungen 'Draht an Ladestation nicht gerade verlegt' und 'Drahtunterbrechung' auftritt. Die Ursache ist hier meistens aufgewickelter Reservedraht, der zu nah an der Ladestation liegt und das Signal massiv stört. Prüfe zuerst den Widerstand der Kabelschleife – dieser muss zwingend zwischen 2 und 6 Ohm liegen. Entferne sämtliche aufgewickelten Kabelreserven. Führe danach einen tiefen System-Reset durch: Lösche die vorhandene Gartenkarte, trenne die Station vom Strom, betätige den roten Sicherheitsschalter am Mäher, lade die Werkseinstellungen und starte die Kartierung komplett neu.
Sollte Dein Indego extrem langsam am Begrenzungskabel entlangfahren, alle 10 cm stoppen oder die Ladestation nicht richtig anfahren, liegt das meist an einer fehlerhaften Schleifenverlegung. Häufige Fehlerquellen in der Praxis sind spitze Winkel unter 90° im Kabelverlauf oder eine ungünstige Platzierung der Dockingstation direkt in einer Ecke. Auch ein zu hoher Schleifenwiderstand (der Grenzwert von Bosch liegt bei 2 bis 8 Ohm) bremst die Navigation massiv aus. Wir empfehlen, die Dockingstation an eine gerade Rasenseite zu verlegen, alle Ecken im Drahtverlauf auf mindestens 90° abzurunden und das Kabel gegebenenfalls zu kürzen, um den Widerstand zu senken.
Bei den Modellen Indego M+ 700, S+ 500, M 700, S 500 und XS 300 tritt vermehrt der Fehler #1156 ('Akkupack nicht unterstützt') auf. Das kann sowohl sporadisch als auch dauerhaft passieren – selbst nach einem Akkutausch. Unsere Diagnose zeigt hier meist mechanische oder elektrische Kontaktprobleme: Entweder liegt Korrosion oder ein lockerer Sitz am Akkuanschluss auf der Hauptplatine vor, oder die Kontakte des Hauptschalters sind unterdimensioniert, was zu schwankenden Akkuspannungen führt. Manchmal verirrt sich auch Schmutz, ein kleiner Wurm oder ein anderer Fremdkörper direkt in das Akkugehäuse. Wir lösen dies, indem wir die Kontakte gründlich reinigen und vorsichtig nachbiegen oder den kompletten Kabelbaum des Hauptschalters (Ersatzteil F 016 L69 220) tauschen. Auch das Deaktivieren automatischer Updates schützt vor softwareseitig ausgelösten Spannungs-Fehlinterpretationen.
Ein weiteres, hartnäckiges Problem betrifft den Ladezustand nach einer Standzeit von einigen Tagen (2 bis 5 Tage). Der Mäher verweigert plötzlich den Start und verlangt eine Nachladung von 20 bis 30 Minuten, oft begleitet von der Fehlermeldung 'Akku Temperatur zu niedrig', obwohl sommerliche Temperaturen (selbst bei 25°C) herrschen. Hier vermuten wir eine hohe Selbstentladung oder eine fehlerhafte Laderegelung der Firmware zum Zellschutz, die seit Updates vor Version 00728.1043 auftritt. Wir konnten dieses Problem noch nicht abschließend lösen, passen diesen Artikel aber an, sobald wir eine Lösung gefunden haben. Als temporäre Abhilfe raten wir, den Akku bei der Winterlagerung nicht vollzuladen und bei spürbarem Kapazitätsverlust auf hochwertige Ersatzakkus auszuweichen.
Solltest Du Änderungen am Begrenzungsdraht vorgenommen haben und die Gartenkarte in der App aktualisiert sich nicht, ist Geduld gefragt: In der Praxis wird die Karte oft erst nach drei vollständig abgeschlossenen Mähzyklen neu gezeichnet. Bei einer fehlerhaften, pixeligen, extrem verkleinerten oder um 90 Grad verdrehten Kartendarstellung in der App hilft meist ein manueller Start direkt am Gerät, um die Anzeige zu kalibrieren. Bei generellen Verbindungsabbrüchen der iOS-App (insbesondere ab Version 3.2 mit der Meldung 'Indego offline') erzielen wir die besten Ergebnisse durch ein schnelles Schließen und Neustarten der App, gefolgt von einem Reset des Mähers.
Für ein perfektes Einparkverhalten (besonders beim Indego 400, 350 Connect, S+ 500 und M 700) muss der Begrenzungsdraht auf einer length von mindestens 1 Meter absolut gerade vor der Ladestation verlegt sein. Das Netzkabel der Ladestation kann bei Bedarf geschützt durch ein Bohrloch ins Innere verlegt werden (z.B. in ein Gartenhaus). Praktische Versuche zeigen auch, dass das Einlegen des Begrenzungsdrahts direkt in Plattenfugen vor der Station das Einparken enorm stabilisiert. Warnen müssen wir vor kreativen Eigenbauten wie Garagen unter Gartenhütten mit engen Rollladeneinfahrten: Da der Indego die Ladestation als primären Orientierungspunkt nutzt und Platz zum Drehen benötigt, führen schmale Ausfahrten ohne ausreichenden Wendekreis unweigerlich zu schweren Orientierungsfehlern. Halte Dich hier strikt an die Installationsanleitung oder weiche auf ein kompakteres Gerätemodell aus.
Sollte Dein Indego S500 die Kartierung verweigern und den Fehler #1002 ausgeben, liegt dies meist an einem Defekt im Bereich der Antriebsmotoren. Da das System die Hinderniserkennung über die Antriebsmotoren steuert, führt ein beschädigter Motor zu permanenten Fehlinterpretationen. Mache den Praxistest: Drehe die Hinterräder von Hand. Lässt sich ein Rad normal drehen, während das andere blockiert oder deutlich schwergängiger ist, liegt ein Defekt des Antriebsmotors vor. Hier hilft nur der Austausch der betroffenen Antriebseinheit in unserer Fachwerkstatt.
Wir beobachten in unserer Werkstattpraxis bei Modellen wie dem Indego S 500 ein ungewöhnliches Verhalten: Der Mäher startet seinen Mähauftrag nach dem Randmähvorgang (Bordercut) unvorhergesehen in der am weitesten entfernten Gartenecke statt in der Nähe der Ladestation. Dies geschieht selbst ohne Änderungen an der Installation oder Hardware, auch bei installierter Software-Version 8.4. Begleitet wird das Phänomen von einer reverse ausgeführten Fächerbildung und massiven Winkelfehlern, die sich im Verlauf des Mähvorgangs drastisch aufschaukeln, obwohl das Schnittbild bei normaler Bahnenmahd absolut sauber wirkt. Wir konnten dieses Problem noch nicht abschließend lösen, passen diesen Artikel aber an, sobald wir eine Lösung gefunden haben.
Ein häufiger Verlegefehler betrifft die Abstände zwischen parallel geführten Begrenzungsdrähten (z. B. in engen Passagen). Bosch gibt hier für die Modelle XS 300, XS 350, XS 400 und Connect einen Mindestabstand von 75 cm vor. Unterschreitungen auf beispielsweise 30 cm führen in der Praxis zu massiven Orientierungsstörungen und unvollständigem Mähen auf der gesamten Fläche. Ein minimaler Abstand von 45 bis 50 cm arbeitet zwar mit einer statistischen Erfolgsquote von ca. 95 %, birgt aber immer ein Restrisiko für unregelmäßiges Mähverhalten.
Bezüglich der Geländegängigkeit stechen Grenzen hervor: Hänge mit einer Steigung von 40 % bis 50 % sind für die Indego-Modelle absolut ungeeignet. Da kein Off-Road-Kit verfügbar ist, kommt der Mäher unweigerlich ins Rutschen. Dadurch werden die internen Navigationsdaten komplett verfälscht, was zu Orientierungsverlusten führt. Achte darauf, die maximale Steigung von 27 % (bzw. 17° bei älteren Modellen) nicht auszureizen, um Traktionsfehler zu vermeiden.
Für ein perfektes Schnittbild ohne manuelle Nacharbeit an Hindernissen ist eine fachgerechte Installation entscheidend. Bei Zäunen und Pfosten hat sich in der Praxis ein Drahtabstand von 28 cm bewährt; in Kombination mit 20 cm breiten, bodenebenen Pflastersteinen entfällt das Trimmen komplett. Bäume umfährt der Indego systembedingt mit ca. 30 cm Abstand – rüste hier am besten bodenebene Umrandungen oder Rindenmulch auf festem Untergrund (idealerweise mit Unkrautvlies) nach. Ein kritischer Punkt sind Trampolinfüße: Da der Mäher diese flachen Stangen nicht überfahren kann und hängen bleibt, müssen die Standbeine entweder komplett bodeneben versenkt oder mit mindestens 6 bis 8 cm hohen mechanischen Hindernissen (z. B. Holzleisten) blockiert werden.
Solltest Du saisonale Hindernisse wie einen Swimmingpool im Garten integrieren wollen, empfehlen wir die installation einer schaltbaren Begrenzungsdraht-Schleife. Dies lässt sich manuell über eine Feuchtraumdose mit integriertem Schalter oder Steckbrücken lösen. Wichtig hierbei: Das Hindernis must in den Folgejahren exakt an derselben Position stehen, da der Indego sonst mit der gespeicherten Gartenkarte kollidiert und die Kartierung komplett neu gestartet werden muss.
Ein häufiges Problem nach dem Winterschlaf bei den Modellen Indego 800, 1000, 1200 und 1300 sowie den älteren Connect-Varianten ist der Fehler 'E57-E Kompasskarte' (bzw. E57), oft in Kombination mit der Meldung 'kein Kontakt zum Begrenzungsdraht'. Wenn Du den Begrenzungsdraht auf Durchgang prüfst und der Widerstand im grünen Bereich liegt (z.B. 2,7 Ohm), aber die LED an der Ladesäule unregelmäßig blinkt oder komplett erloschen ist, liegt die Ursache fast immer beim Netzteil. Du kannst dies prüfen, indem Du die Spannung am Stecker zur Ladestation misst – hier müssen ca. 42V anliegen. Ist das Netzteil defekt, kannst Du es einfach austauschen; es ist nicht mit dem PIN-Code des Mähers gekoppelt.
Bei GSM-fähigen Modellen wie dem Indego 1000 Connect oder neueren Connect-Modellen sehen wir in der Werkstattpraxis gelegentlich die Fehlermeldung 'Kommunikation unterbrochen - 58'. Dieses Fehlerbild äußert sich dadurch, dass der Mäher keine Verbindung zum GSM-Netzwerk herstellen kann, was Du am durchgestrichenen Sendemastsymbol (ohne das kleine 's' daneben) im Display erkennst. Wir empfehlen in diesem Fall, die Netzwerkverbindung manuell zu prüfen, gefolgt von einem Hard-Reset (Sicherheitsschlüssel ziehen, stromlos machen) oder dem Zurücksetzen auf die Werkseinstellungen.
In seltenen Fällen kann es vorkommen, dass ein Indego (beispielsweise der XS 300 oder S+ 400) eigenmächtig losfährt, obwohl sämtliche Zeitpläne deaktiviert sind. Dies fällt meist durch frische Fahrspuren am Morgen oder eine fehlerhafte 'Mähen beendet'-Meldung in Deiner App auf. Überprüfe in so einem Fall die Mähpläne direkt im physikalischen Gerätemenü des Indegos, um Synchronisationsfehler der App auszuschließen. Hilft das nicht, sollte die Steuerelektronik über die Seriennummer vom Service geprüft werden.
In unserer Werkstattpraxis taucht bei Modellen wie dem Indego S+ 400 gelegentlich der 'Systemfehler 1107' ohne erkennbaren Grund auf. Ein einfacher Reset bringt hier meistens nur eine vorübergehende Linderung, bevor das Gerät erneut streikt. Wenn Du von diesem Fehler geplagt wirst, empfehlen wir einen Reset sowie eine Kontaktaufnahme mit dem Bosch-Support per E-Mail direkt aus der App heraus, um den Fehler zu protokollieren. In vielen Fällen deutet dieses Verhalten jedoch auf einen internen Platinenfehler hin, der eine gezielte Reparatur erfordert.
Sollte Dein Indego 400 beim Einschalten die Fehlermeldung 'Softwarestand stimmt nicht mit der Ladestation überein' anzeigen, schlagen automatische Updates oft fehl, obwohl das System zuvor auf dem aktuellen Stand war. Wir lösen dieses Problem in der Werkstatt, indem wir das Software-Update manuell per USB-Stick aufspielen. Dokumentiere dabei genau, welche Fehlermeldung während des USB-Updatevorgangs auf dem Display angezeigt wird, um eventuelle Hardware-Inkompatibilitäten direkt auszuschließen.
Ein sehr spezielles Fehlerbild an der Ladestation (beobachtet z. B. beim Indego S+ 400) äußert sich durch eine blinkende grüne LED und Fehlermeldungen, obwohl der Begrenzungsdraht mit unter 2 Ohm nachweislich intakt und die Kontakte frei von Korrosion sind. Wenn Du in diesem Zustand an den Ladekontakten eine Spannung von nur ca. 2V misst, liegt ein gravierender Defekt vor. In unserer Praxis zeigt sich hier fast immer eingedrungene Feuchtigkeit im Inneren des Gehäuses der Ladestation. Sobald Feuchtigkeit die Platine erreicht hat, bricht die Spannung zusammen und die Ladestation muss ausgetauscht werden.
Nach dem Firmware-Update auf die Version 25116.01251 stellen wir bei Modellen wie dem Indego M+ 700 und S 500 eine dramatische Verschlechterung der Spurtreue und Navigation fest. Die Mäher ziehen fächer- oder 'X'-förmige Bahnen, docken schief (oft zu weit links) an den Kontakten an, lassen ungemähte Flächen zurück und weisen Verbindungsabbrüche in der App auf. Auch bei leichten Steigungen verliert das Gerät völlig die Orientierung. Weder das Neukartieren noch ein Verschieben des Begrenzungsdrahts unter der Station bringen dauerhaften Erfolg. Ein mechanischer Wechsel der Räder kann die Symptome zwar minimal dämpfen, behebt jedoch nicht die fehlerhafte Navigationslogik der Software. Wir konnten dieses Problem noch nicht abschließend lösen, passen diesen Artikel aber an, sobald wir eine Lösung gefunden haben.
In unserer Werkstattpraxis analysieren wir oft die Hardware-Unterschiede zwischen dem Indego S+ 500 und dem M+ 700. Technisch gesehen stehen beide Modelle auf einer identischen Hardwarebasis. Die optische Unterscheidung wird vom Hersteller lediglich durch farbige Ringe an den Rädern signalisiert (grün beim S+ 500, silber beim M+ 700). Die wesentlichen Leistungsunterschiede sind rein softwareseitiger Natur und dienen der künstlichen Produktsegmentierung: Während der M+ 700 eine maximale Mähzeit von 75 Minuten pro Akkuladung erlaubt, ist der S+ 500 softwareseitig auf 60 Minuten limitiert. Zudem mäht der S+ 500 standardmäßig bei jedem Mähvorgang die Kante (Bordercut). Die Anpassung der Kantenmähfrequenz ist zwar in der App sichtbar, arbeitet beim S+ 500 jedoch äußerst unzuverlässig, während sie beim M+ 700 voll unterstützt wird. Beim Kauf des M+ 700 erhältst Du außerdem standardmäßig 25 Meter zusätzliches Begrenzungskabel sowie 20 weitere Befestigungsstifte als Zubehör.
Für ein absolut perfektes Schnittbild bei den Modellen Indego S 500 und M 700 haben wir in unserer Werkstatt hervorragende Erfahrungen mit gezielten Optimierungen gemacht. Wenn Du den Kupplungsmodus in den Geräteeinstellungen auf 'gerade' stellst, zieht der Mähroboter seine Bahnen lückenlos von Anfang bis Ende durch, ohne mitten auf der Fläche unvollendet abzubrechen. Zudem erzielen wir durch das Nachrüsten eines speziellen 9-Fach-Messertellers ein überragendes Mulch- und Mähverhalten. Dieser Teller arbeitet extrem leise, hinterlässt keinerlei ungemähte Grasbüschel und meistert selbst Passagen, bei denen das Begrenzungskabel nicht ganz normkonform verlegt wurde.
Hat dir diese Anleitung geholfen?
Falls nicht, kannst du uns gerne eine Reparaturanfrage schicken!
Reparatur beauftragen