BMS-Reaktivierung, Elektronik-Diagnose und Fehlerbehebung bei Ambrogio Mährobotern
L15 deluxe, L200, L200 Basic, L35 Deluxe, L50, L60+, L75, L75 Evolution, L85 Elite, L85 Evolution, R800LI, Twenty, Twenty 25, Twenty 29, Twenty Elite S+, Twenty Quad, Wiper i130s, Wiper One, Wiper XP, 030BA0, 350i, 4.0 Basic, 4.0 Basic 2WD, 4.0 Basic 4WD, 4.0 Elite, 4.36, 4.36 Elite, 4.36 4WD, L250i Elite, L350
Typische Symptome
Wir sehen oft ein spezifisches Fehlerbild, beispielsweise beim Ambrogio L200: Dein Mäher bleibt mitten im Betrieb plötzlich auf der Fläche stehen, und die Mähzeiten sind deutlich kürzer als gewohnt. Wenn wir in diesem Zustand den Akku-Ausgang messen, stellen wir fest, dass dort nur etwa 11,6V anliegen, obwohl die interne Zellspannung mit ca. 29V eigentlich im gesunden Bereich liegt.
Die Ursache hierfür ist das BMS (Battery Management System) bzw. das Schutzboard des Akkus. Dieses hat die Last aufgrund eines erkannten Fehlzustands oder eines ausgelösten Unterspannungsschutzes elektronisch getrennt. In diesem Zustand gibt der Akku nicht mehr die volle Leistung an den Mäher ab.
Um das Problem zu lösen, musst Du den Mäher manuell mit der Ladestation verbinden. Dieser Vorgang reaktiviert das Schutzboard des Akkus und setzt den Fehlstatus zurück. In der Praxis zeigt sich, dass die Akku-Zellen selbst meistens völlig intakt sind und weiterhin ihre volle Kapazität von beispielsweise 6,3Ah erreichen.
Sollten die Mähzeiten trotz reaktiviertem BMS weiterhin zu kurz sein, liegt das oft an der mechanischen Last. Wir beobachten häufig, dass hoher Moosbewuchs den Widerstand beim Mähen massiv erhöht. Das treibt den Stromverbrauch in die Höhe und verkürzt die Laufzeit pro Akkuladung drastisch. Hier empfehlen wir eine gründliche Reinigung des Mähdecks und der Messer, um den Widerstand zu reduzieren.
Zusätzlich solltest Du bei Modellen wie dem Ambrogio L75 auf die Fehlermeldung 'Messererror' achten. Wenn der Mäher nach wenigen Metern stoppt, piepst und das Messer nicht zuschaltet, liegt das an verschlissenen Kohlebürsten im Motor. Der dadurch entstehende hohe Kohlenstaubanteil im Motorgehäuse führt zu Fehlfunktionen. Hier hilft der Austausch der Kohlebürsten im Motor, um das Problem zuverlässig zu beheben. Die benötigten Ersatzteile sind in der Regel problemlos verfügbar.
Bei Modellen ohne Begrenzungskabel, wie dem L60+ oder L50, können zudem verschmutzte Grassensoren Probleme verursachen, besonders bei Feuchtigkeit oder Morgentau. Der Mäher erkennt feuchten Rasen fälschlicherweise als Hindernis und fährt nur noch extrem kurze Strecken von etwa einem Meter. In unserer Praxis hilft es oft, die Metallringe an den Grassensoren zu entfernen, da diese bei Feuchtigkeit zu Fehlfunktionen führen. Alternativ kannst Du die Sensoren über die Tastenkombination (Start/Stop) am Gerät deaktivieren. Denk aber daran, dass wir bei diesen Modellen nach ein bis zwei Jahren auch vermehrt Verschleiß an den Radantriebsmotoren sowie einen Kapazitätsverlust des Akkus sehen.
Falls Dein Display nach dem Einschalten nur leuchtet, aber keine Inhalte anzeigt (oft begleitet von einem Piepston beim Einschalten), hilft ein Displaytausch meistens nicht weiter – hier liegt der Defekt fast immer auf dem Mainboard. Dies sehen wir häufig bei Modellen wie dem 030BA0, L350 oder der 250er Serie (L250i Elite). Bei älteren Mainboards vor Version 2012 (bzw. vor Baujahr 2017) ist für Software-Updates das offizielle Ambrogio-Service-Tool und ein spezieller Bluetooth-Stick notwendig, was wir bei uns im robo-doc für Dich erledigen können. Neuere Mainboards ab Version 2012 lassen sich hingegen bequem via App updaten.
Wenn nach der Winterpause gar keine Bluetooth-Verbindung aufgebaut werden kann und die App 'Kommunikation mit dem Gerät nicht möglich' meldet (während der Mäher grün für Akku und rot für Alert leuchtet und sich nach 2–3 Minuten abschaltet), liegt das meist an fehlenden App-Berechtigungen (insbesondere der Standortberechtigung unter Android), einer fehlenden Datum/Uhrzeit-Synchronisation oder einer fehlerhaften Bluetooth-Kopplung. Dies betrifft unter anderem Modelle wie den L15 deluxe und den 4.36 Elite. Lösche in diesem Fall die Kopplung im Android-System, deinstalliere die App auf allen Geräten, starte sie neu und installiere die App frisch. Stelle sicher, dass die Standortberechtigung für die Ambrogio App in den Android-Einstellungen aktiviert ist und synchronisiere Datum und Uhrzeit im Roboter.
Ein weiteres bekanntes Phänomen bei den Modellen L85 Evolution und L85 Elite ist die sporadische bis permanente Fehlermeldung 'Hindernis Fehler Back' trotz völlig freier Fahrt. Führe in diesem Fall zuerst den Bumper-Test im Servicemenü durch. Werden dort Geister-Bumps ohne Berührung gezählt, liegt ein Defekt am Bumper-Sensor oder ein Kontaktproblem am Kabelbaum zum Mainboard bzw. Display-Board vor. Zur Eingrenzung stecken wir in der Werkstatt die Sensoren nacheinander am Board ab, um den fehlerhaften Sensor zu lokalisieren. Als temporärer Workaround lässt sich der Bumper im Menü deaktivieren, wodurch allerdings die Sicherheitsfunktion entfällt und der Mäher bei Kollisionen Schäden erleiden kann.
Bei neueren Connect-Modellen (z. B. beim 4.36 Elite) beobachten wir zudem, dass die App-Steuerung und Befehle aus der Ferne nur funktionieren, wenn sich der Mäher nicht im 'Stop'-Zustand befindet und eine aktive Bluetooth- oder GSM-Verbindung besteht. Ist der 'Stop'-Zustand aktiv, blockiert das System jegliche Remote-Befehle, und die App zeigt lediglich den aktuellen Status an. Überprüfe die GSM-Verbindung und die korrekte Verknüpfung zwischen Roboter und Smartphone.
Sollte bei Deinem Twenty Elite S+ das Randmähen dauerhaft aktiv sein und sich über die grünen Buttons in der App nicht mehr ausschalten lassen, liegt das an einem App-Fehler. Du kannst dies umgehen, indem Du den Mähplan in der App manuell anpasst und feste Zeiten für das Randmähen sowie separate Zeiten für das normale Mähen definierst. Wenn Du mehrere Mähroboter (Ambrogio, Husqvarna, Robomow etc.) parallel betreibst und es zu Signalstörungen kommt, lässt sich die Signalstärke des Ambrogio im Menü anpassen (100%, 75%, 50% oder 25%), um die gegenseitige Beeinflussung zu minimieren. Dies ist relevant für Modelle wie den L75 Evolution, L200, L75 und Wiper One. Bei komplexen Grundstücken mit engen Passagen unter 70 cm (wie beim R800LI oder L75) empfehlen wir, Hindernisse wie Sträucher konsequent als Inseln auszugrenzen, Startpunkte über die Nebenflächeneinstellungen zu definieren oder die Option 'Long Border' im Servicemenü zu aktivieren, damit der Mäher sicher zur Ladestation zurückfindet.
Bei den Modellen L50 und Wiper XP deutet ein abwechselndes Blinken der ON- und PAUSE-LEDs direkt nach dem Einschalten auf einen fehlgeschlagenen Selbsttest hin. Wenn der Tausch von Haube und Akku keine Besserung bringt, ist meist die Hauptplatine defekt, oder das Gerät wurde versehentlich in den Begrenzungsdraht-Modus versetzt. Generell gilt bei Ambrogio: Die mechanischen Bumper sind robust, aber wir empfehlen dringend, Bäume und feste Hindernisse per Begrenzungsdraht auszugrenzen (Inselbildung), um Gehäuseschäden und übermäßigen Sensorverschleiß vorzubeugen. 4-rädrige Modelle wie der L250i Elite bieten hier oft eine bessere Stabilität und ein geringeres Risiko, an Hindernissen hängenzubleiben, im Vergleich zu 3-rädrigen wie dem L35 Deluxe. Die Reifen der Twenty-Serie überzeugen in der Praxis durch hohe Traktion und Selbstreinigungseigenschaften dank weicher Gummimischungen.
Auf sehr steilen Passagen (über 20% Steigung am Kabel) oder anspruchsvollem, unebenem Gelände neigen selbst Allrad-Modelle wie der 4.36 4WD, 4.0 Basic 4WD, 4.36 Elite, 4.0 Elite, 350i oder Wiper i130s bei Nässe zum Rutschen. Hier schaffen Eisenzacken-Räder (Radkrallen) Abhilfe. Sei Dir jedoch bewusst, dass die hohe mechanische Belastung im Steilhang langfristig zu einem erhöhten Verschleiß der Frontmotoren und einer verkürzten Akkulebensdauer auf ca. 3 bis 4 Jahre führen kann.
Beim Ambrogio L200 Basic sehen wir gelegentlich, dass der Roboter nicht geradeaus fährt und eine ungleiche Raddrehzahl im Display anzeigt (z.B. links 28, rechts 26). Oft ist die Ursache hierfür, dass die Vorderräder durch korrodierte Lager und Sprengringe blockiert oder schwergängig sind. Eine leichte Drehzahldifferenz zwischen den Motoren ist systembedingt oft normal und kein Defekt. Zur Diagnose empfehlen wir den Tausch der Radmotoren von links nach rechts, um zu prüfen, ob die Differenz mitwandert – so lässt sich ein Board-Fehler von einem mechanischen Fehler unterscheiden. Der Austausch der defekten/korrodierten Vorderradlager löst das Problem des ungeraden Geradeauslaufs zuverlässig.
Ein weiteres Problem, das wir beim Ambrogio L200 sehen, ist das Überfahren des Begrenzungsdrahts an einer bestimmten Stelle, selbst wenn Radkrallen montiert sind. Dies tritt häufig in Kombination mit einem Gefälle im betroffenen Bereich auf. In solchen Fällen hat sich in unserer Werkstatt gezeigt, dass eine Reduzierung der Geschwindigkeit im Händlermenü Abhilfe schaffen kann.
In der Langzeitbetrachtung stellen wir bei Modellen wie dem Wiper i130s, 4.36 oder der Twenty-Serie fest, dass es nach circa 3500 Betriebsstunden zu Ermüdungsbrüchen und erhöhtem Verschleiß kommen kann. Regelmäßige Wartung und eine genaue Überprüfung der Betriebsstunden können helfen, potenzielle Probleme frühzeitig zu erkennen und die Lebensdauer des Mähers zu optimieren. Wir konnten dieses Problem noch nicht abschließend lösen, passen diesen Artikel aber an, sobald wir eine Lösung gefunden haben.
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